Zukunft als Studienfach

Text: Marc Winkelmann Fotos: Klaus Gourgé

Herr Gourgé, es gibt bereits verschiedene Nachhaltigkeitsstudiengänge. Warum starten Sie einen neuen, den MBA „Trend- und Nachhaltigkeits-Management“?

Richtig, die Zahl der Studiengänge mit Nachhaltigkeitsbezug steigt. Das ist auch mehr als wünschenswert angesichts der Bedeutung des Themas. Wenn Sie jedoch die MBA-Programme („Master of Business Administration“) anschauen, dann sind von den mehreren hundert Anbietern nach wie vor gefühlte 99 Prozent dem eher traditionellen Management-Denken verhaftet. Da sehen wir eine Menge Nachholbedarf.

Was unterscheidet Ihren MBA von anderen?

Wir wollen zukunftsfähiges Denken fördern. Dazu gehört neben Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens vor allem ein vertieftes Verständnis für die anstehende Transformation unserer Wirtschafts- und Lebenswelt. In dieser Kombination von Trend- und Zukunftsforschung mit dem Thema Nachhaltigkeit hat dieser MBA gewissermaßen „Zukunft als Programm“ und ist unseres Wissens bundesweit der erste.

An wen richtet sich das Angebot?

An alle, die sich neben ihrer persönlichen Zukunft auch für die zentralen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft interessieren. Oder etwas salopp gesagt: an alle, die mit ihrem Wissen und Können morgen nicht von gestern sein wollen. Daher bilden die bereits angemeldeten Teilnehmer auch eine erfreulich bunte und inspirierende Mischung: vom Inhaber einer Kommunikationsagentur bis zur Controllerin eines internationalen Konzerns, von der Produktdesignerin bis zum Agrarwissenschaftler …

Welche Qualifikationen muss man mitbringen und was kostet das Studium?

Es gibt zwei Zulassungsvoraussetzungen: einen ersten Studienabschluss und danach mindestens ein Jahr Berufspraxis, wobei Praktika während des Erststudiums anrechenbar sind. Die Kosten liegen pro Semester im Schnitt bei 4750 Euro, auf die Dauer von vier Semestern sind das 18900 Euro. 

Das ist nicht wenig.

Das stimmt, verglichen mit dem Gesamtmarkt für berufsbegleitende MBA-Programme liegt das preislich aber im Mittelfeld, eher etwas darunter.

In welchen Sektoren, Abteilungen oder Unternehmen sehen Sie die Studierenden nach dem Abschluss?

Der Titel bescheinigt den Absolventen eine branchenübergreifende Kompetenz in zukunftsfähigem Management. Anders als viele Master- und MBA-Programme verzichten wir bewusst auf eine Spezialisierung nach Branchen. Da die Teilnehmer ja bereits berufstätig sind, ist mein Eindruck aus den Vorgesprächen auch, dass hier die Frage der „Employability“ keine so große Rolle spielt wie bei Vollzeitstudiengängen, an deren Ende man sich auf dem Arbeitsmarkt erstmals positionieren muss. Der Titel signalisiert dem derzeitigen oder künftigen Arbeitgeber, dass da jemand mit Wandel, Komplexität, Unsicherheit umgehen kann und will – Eigenschaften, die wohl jedes Unternehmen brauchen kann: ob in der Produktentwicklung, in der Marketing-Kommunikation, im Change Management, in der Personalentwicklung, im CSR-Management oder anderen strategischen Einheiten.

 

Erstmals erschienen auf www.enorm-magazin.de

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